Kobudo
Die alte Kunst der Waffen im modernen Gewand
Kobudo ist ein umfassender Begriff für die vielfältigen Waffensysteme, die sich im Laufe der kriegerischen Geschichte Japans entwickelt haben. Ursprünglich lehrte Kobudo den effektiven Einsatz verschiedener Arbeitsgeräte, die von japanischen Bauern zur Abwehr von Angreifern genutzt wurden. Doch wie entstand diese faszinierende Kampfkunst?
Die Geschichte des Kobudo ist eng mit der Insel Okinawa verbunden. Nach der Besetzung Okinawas durch das japanische Satsuma-Lehen im Jahr 1609 wurde den Einheimischen das Tragen von Waffen verboten. Um sich dennoch gegen die Samurai und Banditen verteidigen zu können, begannen die okinawanischen Bauern, ihre alltäglichen Arbeitsgeräte wie Dreschflegel (Nunchaku), Ruder (Eku), Sicheln (Kama), Heugabeln (Sai) und Holzstangen (Bo) zu effektiven Waffen umzufunktionieren. Diese geheimen Techniken wurden über Generationen hinweg im Verborgenen weitergegeben und verfeinert. So entstand eine einzigartige Form der Selbstverteidigung, die sowohl praktisch als auch äußerst effektiv war.
Kobukai Kobudo: Tradition trifft Moderne
Die traditionellen Kobudo-Techniken wurden von Soke Vlado Schmidt modifiziert und an die europäischen Verhältnisse und Bedürfnisse angepasst. Dabei wurden veraltete Techniken, die in der heutigen Zeit kaum noch Relevanz hätten, von unnötigem Ballast befreit und an das moderne Angriffsverhalten angepasst. Das Ergebnis ist ein modernes, höchst effizientes Kampfsystem, das sich durch kurze, funktionale und schnell erlernbare Techniken auszeichnet.
Für sein Lebenswerk und die Entwicklung dieser neuen Stilrichtung wurde Soke Vlado Schmidt vom japanischen Kaiserhaus mit dem Titel Kaisho ausgezeichnet. Ein Kaisho ist der Begründer einer neuen Stilrichtung, und so durfte seine Lehre fortan als Kobukai Kobudo bezeichnet werden.
Das Training des Kobukai Kobudo ist stark an der Realität orientiert und somit im Selbstverteidigungsfall voll einsetzbar. Die Ausbildung umfasst verschiedene Waffen, die in vier Hauptgruppen unterteilt werden:
Stockwaffen: Bo, Hanbo, Tambo, Kashino Bo
Klingenwaffen: Tanto
Würgewaffen: Manriki-Gusari
Kombinationswaffen: Tonfa, Nunchaku, Kette und Messer, etc.
Kobukai Kobudo kann sowohl als eigenständige Disziplin trainiert werden als auch eine sinnvolle Ergänzung zur praxisnahen waffenlosen Ausbildung des Jujutsu bzw. Ju/Jiu-Jitsu darstellen. Die Anwendung der Techniken erfolgt stets unter persönlicher Verantwortung und unter Berücksichtigung des nationalen Notwehrrechts.